Archive for September 2006

Information Education Campaign on Illegal Logging

September 30, 2006

Seit einigen Tagen führen wir in ausgewählten Dörfern Bewußtseinstrainings über die Verbesserung der Lebensbedingungen der Einwohner durch. In diesen Dörfern besitzen die Menschen echt nichts und leben von dem geringen Einkommen (umgerechnet 3 Euro pro Tag), welches sie durch das illegale Abholzen von Wäldern verdienen. Die Familien hier sind extrem kinderreich und nur die Minderheit ist zur Schule gegangen. Unser Ziel ist es den Einwohnern dieser Dörfer Alternativen aufzuweisen, zu erklären, wie sie ihre Lebensbedingungen verbessern können und vor allem welche Konsequenzen das Abholzen hat. Nach einem sogenannten plant now- pay later system finanziert die Regierung Agrarpojekte, wie Obst – und Gemüseanbau oder Fischzucht, welcher sich jeder annehmen kann. Einzige Bedingung ist der Besitz von mindestens einem Hektar Land, welcher je nach Beschaffung zwischen 1200 und 5000 Pesos kostet. Bei Bereitschaft erhalten die Einwohner ein kostenloses „Farmer- oder Fischertraining“ und werden bis zur ersten Ernte von den Mitarbeitern für Agrarangelegenheiten gecoacht. Hört sich alles extrem gut an, was mich sehr skeptisch macht. Mal sehen, wann der Haken zum Vorschein kommt. Meine Rolle ist es, als „Nichtregierungsnagehöriger“ das Commitment der Einwohner zu gewinnen und vor allem die wirklichen Sorgen und Bedürfnisse aus ihnen herauszukitzeln. Funktioniert sehr gut. Von bisher 5 durchgeführten Trainings gab es nicht ein Dorf, welches nicht von Regierungsangehörigen verschiedenster Abteilungen erpresst wird oder unter der Korruption einiger Kollegen leidet. An Checkpoints, in welchen der Transport der Hölzer überwacht wird, wird natürlich schnell erkannt, wer keine Lizenz hat und somit illegal handelt. Gegen Bezahlung werden die Trucks dann natürlich gern durchgelassen. Die Mitarebeiter in diesen Checkpoints sind alle bei der Regierung angestellt. In diesem Fall bewege ich mich auf sehr dünnem Eis. Wie kann ich dagegen angehen, wenn ich nicht weiss, wer von den Leuten, mit denen ich spreche, ebenfalls beteiligt ist. Zudem ist die Reaktion bei zu stark empfundener Intervention nicht immer im legalen Bereich…
Die Bereitschaft vom Abholzen abzulassen und Obst / Gemüse anzubauen oder Fische zu züchten ist jedoch sehr gross. In einem nächsten Schritt werden wir erneut in die Dörfer fahren und die Beschaffenheit des Bodens untersuchen, um festzustellen, was man am besten anbauen kann.

Danny erklärt hier den natürlichen Wasserkreislauf und was passiert, wenn keine Bäume mehr vorhanden sind, die z.B. vor Erdrutschen schützen.  

 
Wo sind nur all die Ehemänner hin? Im Wald, I guess…
 
Jung und Alt schaut ebenfalls zu

Zweiter Besuch in der San Juan High School

September 21, 2006

Vor ein paar Wochen berichtete ich von meinem Schulbesuch der San Juan Highschool. Am Dienstag war ich erneut da, um ein paar Bücher, die ich organisiert hatte, zu liefern. Die Schule war bisher relativ mager mit ziemlich veralteten Büchern ausgestattet. Zu meiner Freude und Dank meines hartnäckigen Bettelns und „Klinkenputzens“ wurden sie nun in ein Projekt einer amerikanischen Foundation  mit aufgenommen, welche nach und nach Bücher an die Regierung von Agusan del Sur schickt. Ziel ist es, irgendwann einmal alle Schulen mit einer Bibliothek ausgetattet zu haben. Ausgewählt werden die Schulen leider nicht nach Need, sondern eher über Beziehung und mitunter auf Basis von Entfernung. Bei den hiesigen Strassenverhältnissen ist es  sehr ungemütlich in die entferntesten Dörfer zu fahren und mitunter auch nicht ganz ungefährlich. Somit versucht man diese zu meiden. San Juan befindet sich sehr weit in den Bergen, ist somit sehr arm und hat sich riesig über die Bücher gefreut. Anfang Oktober findet eine offizielle Buchübergabe statt. Bis dahin müssen Regale gebaut und ein Buchinventar angelegt sein. Es war wahnsinnig schön, die Kinder dort wieder zu sehen.Und noch eine Neuigkeit: wir haben es tatsächlich geschafft, ebenfalls zwei Computer zu organisieren. So wie das letzte Mal den Kids versprochen, werde ich die erste Computerstunden geben. Ich hoffe, dass sie zur offiziellen Übergabe geliefert sind.  

 

 
Bücher werden aufgeladen.

 
Angekommen in San Juan, freut man sich riesig über die 29 Boxen. Bisher gibt es nur zwei Regale…

Debby und ich zeigen hier, wie man ein Buchinventar anlegt. Das muss bis zur offiziellen Übergabe im Oktober fertig sein.

Die Kinder bedanken sich mit Blumen.

Erster Einsatz Eurer Spenden

September 21, 2006

Am Dienstag, den 19.09. hielten wir auf dem Weg zu meiner „Patenschule“ an einer illegalen Mülldeponie, die direkt an einem Fluss liegt. Ich habe es mir nebenbei zur Aufgabe gemacht, mich um die Beseitigung dieser Deponie zu kümmern.  Laut Bürgermeister sind alle nötigen bürokratischen Prozesse bereits im Gange. Nur bin ich jetzt fast drei Monate hier und habe noch keine Verbesserung oder überhaupt Veränderung gesehen. Nach wie vor rollen tagtäglich LKWs mit Müllsäcken an. Auf die Frage hin, woher der Müll kommt (San Fransisco hat nämlich keine Müllbeseitigung), bekommt man keine Antwort oder plötzlich versteht niemand mehr Englisch. Der verantwortliche Bürgermeister wird für die Annahme des Mülls von wem auch immer bezahlt, was natürlich sehr entgegenkommend ist…Der Geruch ist widerlich, sie ist für alle zugänglich und Kinder hoffen aus den Müllsäcken noch gute Gebrauchsgegenstände zu finden, die sie verkaufen können. Am gefährlichsten ist jedoch die Kontaminierung des Bodens und vor allem des Flusswassers. Ärgerlich ist, dass hierfür schon Gesundheitsreports vorliegen, die den Grad an Kontaminierung analysiert und bestätigt haben, dass bereits aufgrund dessen erste Hauterkrankungen registriert wurden. Dieser Report ist nach meiner Anfrage im Gesundheitsministerium plötzlich nicht mehr aufzufinden…Wir stiegen kurz aus, um den Kindern dort Kleidung zu schenken, die ich am Vortag in einem second hand shop in San Fransisco gekauft habe. Somit sind die ersten 4 Euro Eurer Spenden für 7 T-shirts und 7 Shorts ausgegeben worden.

 

Kinder suchen im Müll nach Gegenständen, die sie verkaufen können

    

Geburtstag und Eure Spenden

September 18, 2006

 


Am 3. September wurde ich 30 Jahre alt und feierte weit abgelegen, ganz ruhig mit Martijn. An meine Familie, engste Freunde und einige Bekannte schickte ich vorab eine Mail mit der Bitte, anstelle irgendwelcher Geschenke, mir einfach etwas Geld zu überweisen. Dieses Geld möchte ich für Projekte mit Kindern einsetzten. Es sind 2005 Euro zusammen gekommen, was ca 130000 Pesos entspricht. Tausend Dank an alle, die gespendet haben. Ihr könnt Euch gar nicht vorstellen, wie sehr mich das freut. Das ist hier eine riesige Summe, mit der ich richtig was anfangen kann. Ich werde Euch natürlich von dem Einsatz berichten. Momentan bin ich noch auf der Suche nach guten Projekten, die vielleicht auch länger weilen, ohne dass das Geld durch Korruption verschwindet.

Zuerst mit Martijn und später mit meinem Team wurde auf diese Summe und natürlich auf mein stolzes Alter ordentlich angestoßen.

  

Militärkolonne in San Fransisco

September 17, 2006

Vergangenen Sonntag habe ich mich bezüglich der hier vorfallenen Geschehnisse zwischen kommunistischen Rebellen und Militär das erste Mal etwas merkwürdig gefühlt. Die Stadt war besetzt von Philippinischer Armee, welche auf der Durchreise war. Stationiert sind die Herren jetzt gar nicht weit weg von hier. Gibt mir irgendwie nicht unbedingt ein Gefühl der absoluten Sicherheit. Man erhält sehr schlecht Details über Über- und Vorfälle zwischen den beiden Parteien. Der Presse ist kein Gauben zu schenken und die Bevölkerung schließt Augen und Ohren. Vor jeder Fahrt in abegelegene Dörfer treten wir in Kontakt mit dem Major von San Fransisco, der uns bestätigt, ob die Gegend, in die wir fahren wollen, bereits „gesäubert“ ist oder wir noch etwas warten müssen.

Mein zu Hause / My Home

September 17, 2006

Ich weiß, ich weiß, es ist sehr lange her, dass ich berichtet habe. Vieles ist passiert und ich bin wieder um einige Erfahrungen reicher. Endlich will ich Euch aber mal zeigen, wie ich wohne. Ich teile mir ein Haus mit Philip, einem Volunteer aus Uganda.Wie gesagt, der absolute Luxus. Wir haben Kaltwasser, Strom, gefliesten Boden, Möbel und ordentliche Betten. Das kommt hier eher selten vor.

 

Unser Haus. Philip und ich wohnen dort, wo die Tür offen steht. Links von uns wohnt Don, ein Volunteer aus der UK. Rechts von uns wohnt Debby, ein Volunteer aus Schottland.

  

Wohnzimmer und Küchenbereich

  

Mein Zimmer. Moskitonetz ist für mich ein Muss. Unter diesem fühle ich mich wie unter einer Käseglocke. Aus den Wandritzen kommt Abends so einiges gekrochen und Moskitos sind immer irgendwie da.

  Toilette und Dusche