Archive for Dezember 2006

Geschenkeübergabe in den Bergen

Dezember 24, 2006


 

Eine weitere „Geschenkeverteilungsaktion“ fand in den Bergen statt. Zusammen mit den Lehrern von der San Juan Highschool haben wir auch hier Süßigkeiten, Nudeln, Kleidung, Flipflops, Spielzeug, Medizin und Zahnpaste und Zahbürste verteilt. Als ich die Kinder fragte, wie oft sie sich am Tag die Zähne putzen, antworteten sie „drei Mal“. Als einer der Lehrer dann fragte, wie oft sie sich WIRKLICH die Zähne putzen, antworteten sie „Wala“, gar nicht. Mir wurde berichtet, dass Viele hier Zahnbürste und Zahnpaste gar nicht besitzen. Also blieb uns nichts anderes übrig als zu demonstrieren, wie man sich die Zähne putzt, was bei den Kindern extrem gut ankam… In einem Haus fanden wir ein kleines Mädchen, ca 6 Jahre mit ihren drei jüngeren Geschwistern, der Jüngste 6 Monate. Die Eltern waren beide auf dem Feld, Reis ernten und sie hatte die Aufgabe, auf ihre Geschwister aufzupassen. Ich gab ihr Haarspangen und einen kleinen Handspiegel. Sie  hatte sich noch nie in einem Spiegel gesehen und konnte schwer begreifen, dass das Bild in dem kleinen Plastikrahmen ihr Abbild war.

Die Lehrer der San Juan Highschool organisieren jedes Jahr Geschenkeverteilungsaktionen. Das ganze Jahr über sparen sie Geld, um zu Weihnachten den Ärmsten eine Freude bereiten zu können. Manchmal laufen sie bepackt mit vollen Rucksäcken bis zu 4 Stunden zu den abgelegensten Dörfern, da man nicht mal mehr mit  Motorrädern die Wege passieren kann. Für mich ist das Ganze eine einmalige Aktion, mit dem Geld, was ihr gespendet habt. Die Lehrer hier verdienen 200 Euro im Monat, haben Familie und müssen wirklich genau kalkulieren. Dennoch legen sie  Geld zurück und verzichten auf viele Dinge, um den Ärmsten etwas geben zu können. Riesen Respekt.

 
Geschenkeübergabe. Von dem Budget der San Juan High Scholl Lehrer und Euren Spenden konnten wirFlipflops, Kleidung, Nudeln, Süßigkeiten, Spielzeug Zahnbürste und Zahnpaste sowie Vitamintabletten
kaufen. 
   
 
Monika und ich demonstrieren den Kindern, wie man sie die Zähne putzt…

und die Kinder üben fleißig…


Vitamine, besonders für Schwangere und Kleinkinder.


Spielzeug und Süßigkeiten…

Die Kleine sieht sich hier das ersta Mal in einem Spiegel, den ich ihr

schenke.

Geschenkeübergabe im Agusan Marsh

Dezember 24, 2006

 

Letzte Woche sind wir Volunteers für zwei Tage in den Agusan Marsh gefahren, um dort unsere Weihnachtsgeschenke (Kleidung, Essen, Zahnbürste, Zahnpaste und Spielzeug) zu verteilen. Der Marsh ist Naßgebiet, etwas trockener als Sumpf. Hier gibt es weder Sanitär, noch Elektrizität oder sauberes Wasser. Die Menschen hier sind Eingeborene, so genannte Manobos, kaum einer kann lesen und schreiben. Die Mortalitätsrate von Frauen und kleiner Kinder ist extrem hoch, da es weder saubere Einrichtungen für Geburten, noch Medizin gibt. Krankheiten gibt es hier viele, vor allem bedingt dadurch, dass von dem gleichen Wasser getrunken, welches zum Waschen benutzt wird und welches als Toilette dient. Wird jemand krank, ist der Weg zur nächsten zivilisierten Stadt zu weit bzw. nach Tradition hilft keine Medizin, sondern nur bestimmte Rituale, die mich eher an meine Indianerrollenspiele der Kindheit erinnerten. Sterben ist hier Teil des Alltags. Familienplanung und Geburtenkontrolle kennt hier keiner. 8-11 Kinder sind normal. Geheiratet wird spätestens mit 18.  Gelebt wird nur vom Fischen. Geld kennen die Menschen kaum, da der Fischfang mit Nahrung, Alkohol, Nikotin, Gewürzen oder Kleidung getauscht wird. Während sich die Frauen um Kinder und Haushalt kümmern, fischen die Männer am Morgen und verbringen den Rest des Tages hauptsächlich mit Trinken. Trunkenheit und Unzufriedenheit bzw. die Last, mit vielen Familienmitgliedern auf engstem Raum zusammen zu wohnen führen dann des Öfteren zu Gewalt und Vergewaltigungen. Da sich im Marsh niemand um die Implementierung und Durchsetzung nationaler Gesetze kümmert, kann es auch vorkommen das Lebenspartner mal umgebracht werden. Sanktionen für Mord gibt es hier nicht. Die Häuser sind sehr einfach und stehen auf Pfosten. Steigt das Wasser während der Regenzeit, ist das gesamte Marshland überschwemmt. Dann werden die Pfosten entfernt und aus den Häusern werden Hausboote. Zunehmens werden hier Literacy Centers gebaut, um den Menschen das Lesen und Schreiben beizubringen.  Finanziert von der Regierung sind diese Häuser die stabilsten und dienen nachts mitunter als Schlafsaal für mehrere Familien, dessen Häuser fast auseinander fallen.
Zwei Tage im Marsh waren für mich extrem beeindruckend und unvergesslich. Eine wirklich andere Welt.


Geschenkeübergabe. Jeder Haushalt bekam einen Plastiksack mit Kleidung, Dosenfleisch, Süßigkeiten, Zahnbürste,Zahnpaste und Spielzeug.
 

Übernachtet haben wir auf dem Boden des Literacy Centers. Ohne Matratze zu schlafen ist mal ok. Das Moskitonetz muss jedoch immer dabei sein.

Unser Essen. Unten wird Reis gekocht. Mit dem aufsteigendem Rauch wird oben der Fisch geräuchert.

Drachen kannten die Kinder hier noch nicht. Die Begeisterung war riesig.

 

Einsatz Eurer Spenden – Weihnachstgeschenke für die Ärmsten

Dezember 13, 2006

Nächsten Montag bis Mittwoch werden einige Volunteers und ein paar lokale Helfer in abgelegende Dörfer der Provinz reisen und dort Kleidung, essen sowie Zahnbürste und Zahnpaste verteilen und erklären, wie man sich die Zähne putzt. Dies soll nur als kleine Vorabinformation dienen, so dass ihr auch wisst, was mit dem von Euch gespendetem Geld geschieht. Gestern bin ich 4 Stunden mit dem Auto in die nächst größere Stadt gefahren und habe beim Großhandel 100kg second hand Kleidung, 300 Pakete Fertignudeln, 1000 Zahnbürsten und 1000 Zahnpasten gekauft. Und das alles für ca 500 Euro. Hoffe nur, sie mögen die Nudeln. Soetwas haben die Einwohner mitunter noch nie gesehen und gegessen. Kommenden Samstag findet erstmal eine große Verpackungsaktion statt. Wir wollen ca 100 Haushalte mit je ca 10 Familienmitgliedern beschenken.  Vielen Dank. Das kann ich wegen Eurer Spenden umsetzen.

Voll bepackt mit Dingen zum Verschenken. Was ein gutes Gefühl.

Bei Roxane, einer inzwischen sehr guten Freundin von mir, öffnen wir erstmal das gepresste Paket mit der Kleidung und sind gespannt, ob die Sachen auch gut sind. Beim Kauf kann man sich die bereits verpackte Kleidung nämlich nicht anschauen. Man kann jedoch sagen, ob man first class oder second class Kleidung möchte. Ich nahm first class, da diese bereits gewaschen ist.

…und sie sind es. Geschickt aus Kalifornien und teilweise sogar noch niegelnagelneu. Insgesamt haben wir 83 Röcke, 230 Tops, 98 Poloshirts, 113 Kleider und 43 Shorts – alle Größen vertreten. Echt toll.

 

Association of South East Asian Nations – Summit

Dezember 13, 2006

Die Tage hier vergehen schneller und schneller. In den letzten 3 Wochen ist mal wieder so viel passiert und ich komme mit dem updaten meiner Seite gar nicht hinterher. So habe ich mich zum Beispiel mit Martijn zu seinem 30. Geburtstag in Peking getroffen. Die Zusammenlegung der beiden Büros läuft auf Hochtouren und wir Volunteers aus Mindanao haben zusammen mit dem Governor ein weiteres Tauchwochenende hinter uns.
Kiku, seine Freundin und ich begleiteten ihn letzte Woche nach Cebu, zur Zusammenkunft interessierter Ökonomen der südostasiatischen Länder, zum ASEAN Summit.
Ziel war es, einen Überblick zu erhalten, wo die südostasitischen Länder ökonomisch wie da stehen, was Vor- und Nachteile für den Markt in Europa und Amerika sind, inwiefern der Markt hier wachsen wird, was lessons learnt und best practices sind und vor allem Investoren anderer Länder auf Mindanao aufmerksam zu machen. Mindanao setzt sich gegenüber anderen Inseln der Philippinen und anderen südostasitischen Ländern durch das sehr tropischfeuchte Klima und seiner Taifunsicherheit positiv ab, hat unwahrscheinlich viel Goldvorräte und könnte sich neben Agrarprojekten vor allem mit der Verarbeitung von Rubber/Gummi und der Herstellung von biofuel extrem durchsetzen. Aufgrund der geringen Sicherheit zögern jedoch viele Investoren, sich hier nieder zu lassen. Von peace and order projects, die hier endlich mal diese Probleme beseitigen,   hat die nationale Regierung jedoch nicht viel erzählt…Dennoch fand ich die Konferenz sehr interessant, vor allem zu sehen, wie erschreckend weit und schnell die ökonomische Entwicklung in den Ländern hier vorangeschritten ist.   
Ca 300 Teilnehmer der ASEAN Mitgliedsländer (Brunei, Cambodia, Indonesia, Laos, Malaysia, Myanmmar, Philippines, Singapur, Thailand, Vietnam)  sowie Interessenten aus Australien, China und Indien waren vertreten.  
Governor Edibong und Kiku tragen den traditionellen Barong.
Dinner im nagelneuen Convention Center. Philippinas in traditioneller Abendkleidung.