Geschenkeübergabe im Agusan Marsh

 

Letzte Woche sind wir Volunteers für zwei Tage in den Agusan Marsh gefahren, um dort unsere Weihnachtsgeschenke (Kleidung, Essen, Zahnbürste, Zahnpaste und Spielzeug) zu verteilen. Der Marsh ist Naßgebiet, etwas trockener als Sumpf. Hier gibt es weder Sanitär, noch Elektrizität oder sauberes Wasser. Die Menschen hier sind Eingeborene, so genannte Manobos, kaum einer kann lesen und schreiben. Die Mortalitätsrate von Frauen und kleiner Kinder ist extrem hoch, da es weder saubere Einrichtungen für Geburten, noch Medizin gibt. Krankheiten gibt es hier viele, vor allem bedingt dadurch, dass von dem gleichen Wasser getrunken, welches zum Waschen benutzt wird und welches als Toilette dient. Wird jemand krank, ist der Weg zur nächsten zivilisierten Stadt zu weit bzw. nach Tradition hilft keine Medizin, sondern nur bestimmte Rituale, die mich eher an meine Indianerrollenspiele der Kindheit erinnerten. Sterben ist hier Teil des Alltags. Familienplanung und Geburtenkontrolle kennt hier keiner. 8-11 Kinder sind normal. Geheiratet wird spätestens mit 18.  Gelebt wird nur vom Fischen. Geld kennen die Menschen kaum, da der Fischfang mit Nahrung, Alkohol, Nikotin, Gewürzen oder Kleidung getauscht wird. Während sich die Frauen um Kinder und Haushalt kümmern, fischen die Männer am Morgen und verbringen den Rest des Tages hauptsächlich mit Trinken. Trunkenheit und Unzufriedenheit bzw. die Last, mit vielen Familienmitgliedern auf engstem Raum zusammen zu wohnen führen dann des Öfteren zu Gewalt und Vergewaltigungen. Da sich im Marsh niemand um die Implementierung und Durchsetzung nationaler Gesetze kümmert, kann es auch vorkommen das Lebenspartner mal umgebracht werden. Sanktionen für Mord gibt es hier nicht. Die Häuser sind sehr einfach und stehen auf Pfosten. Steigt das Wasser während der Regenzeit, ist das gesamte Marshland überschwemmt. Dann werden die Pfosten entfernt und aus den Häusern werden Hausboote. Zunehmens werden hier Literacy Centers gebaut, um den Menschen das Lesen und Schreiben beizubringen.  Finanziert von der Regierung sind diese Häuser die stabilsten und dienen nachts mitunter als Schlafsaal für mehrere Familien, dessen Häuser fast auseinander fallen.
Zwei Tage im Marsh waren für mich extrem beeindruckend und unvergesslich. Eine wirklich andere Welt.


Geschenkeübergabe. Jeder Haushalt bekam einen Plastiksack mit Kleidung, Dosenfleisch, Süßigkeiten, Zahnbürste,Zahnpaste und Spielzeug.
 

Übernachtet haben wir auf dem Boden des Literacy Centers. Ohne Matratze zu schlafen ist mal ok. Das Moskitonetz muss jedoch immer dabei sein.

Unser Essen. Unten wird Reis gekocht. Mit dem aufsteigendem Rauch wird oben der Fisch geräuchert.

Drachen kannten die Kinder hier noch nicht. Die Begeisterung war riesig.

 

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2 Antworten to “Geschenkeübergabe im Agusan Marsh”

  1. minouche Says:

    wow….just wow!!! what an oportunity for you to see this part of the Philipinnes. That’s a once-in-a-lifetime-experience. For you aswell for the people in those villages. I’m really looking forward to see all the pictures and hear all the incredible stories from you. Keep up the good work and try to enjoy every minute of it! Big hug, mm

  2. Jay Plaza Says:

    Debbie – I wonder if this site is your german version. Anyway, as usual…I admire so much what your doing for the Mindanao region.

    If this is different from Debbie Gourlay’s site…I still admire your work. My organization (www.hotcitywireless.org) is trying to tap the Agusan Marsh by introducing a „Floating Classroom“ for them. We intend to inplace computers and have these computers powered by solar energy.

    Feel free to contact me by email or SKYPE. (username: adventure9296). Would love to hear more about your work….hopefully in english version:>))

    Cheers,

    Jay

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