Archive for the ‘Tagebuch / Diary’ Category

NGO Summit

Januar 9, 2007

 

Im Laufe meines Aufenthaltes hier, habe ich einige NGOs kennen gelernt und mehr und mehr festgestellt,dass die NGOs, die in der Provinz aktiv sind, mitunter überhaupt nicht wissen, wie viele weitere NGOs hierebenfalls aktiv sind, mit teilweise den gleichen Projekten. Würde es eine Art Umbrellagesellschft geben, die die Profile aller NGOs, die in der Provinz aktiv sind, verwaltet, verfolgt, wo diese wie aktiv sind und Transparenz herstellt, könnte bedeutend mehr erreicht und effektiver gearbeitet werden. Redundanzen würden vermieden werden, Kooperationen und Synergien untereinander sowie mit der Regierung könnten kreiert und in regelmäßigen Zusammenkünften könnte Wissen, Best Practices oder Lessons Learnt ausgetauscht werden. Governor war von dieser Idee natürlich begeistert, da auch er überhaupt keinen Überblick hatte, wer in der Provinz wie aktiv ist und bat mich, eine Art NGO Summit zu organisieren. Ziel sollte es sein, eine Art Profildatenbank aller NGOs, die aktiv sind oder sein wollen zu erhalten, einen ersten Informationsaustausch zu gewährleisten, um eventuell Regierungs- und NGO-projekte zu verknüpfen sowie  Fragen, Bedenken und Wünsche diskutieren zu können. Die größte Herausforderung bei der Organisation des Events war die Identifizierung der NGOs. Da sie nirgendwo registriert sind, sind wir bis in die letzten Dörfer jedes Provinzbereiches gefahren / gelaufen und haben Kontaktdaten erfragt. Das Ergebnis war erstaunlich positiv. Am 3. Januar trafen das erste Mal  37 verschiedene NGOs aufeinander, hatten die Möglichkeit, sich vorzustellen und in ersten sektoralen break out sessions über gemeinsame Ziele und Prioritäten zu diskutieren. Es wurde eine Profildatenbank mit sämtlichen Kontaktdaten und Aufgabenrichtungen angelegt und in einer einstündigen Paneldiscussion beantwortete der Governor anonym gestellte Fragen, die währenddes Tages eingesammelt wurden.  In einer nächsten Zusammenkunft werden Regierungsprojekte vorgestellt und es wird diskutiert und geplant, wie man zukünftig effektiver und gezielter in der Provinz arbeiten kann. Laut Feedback ein gelungene Aktion, die von beiden Seiten her als sehr notwendig erachtet wurde. 


Per Sektor (Umwelt, Gesundheit, Bildung und Agrikultur) wurden gemeinsame

Ziele und Möglichkeiten der Zusammenarbeit diskutiert. 

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Geschenkeübergabe in den Bergen

Dezember 24, 2006


 

Eine weitere „Geschenkeverteilungsaktion“ fand in den Bergen statt. Zusammen mit den Lehrern von der San Juan Highschool haben wir auch hier Süßigkeiten, Nudeln, Kleidung, Flipflops, Spielzeug, Medizin und Zahnpaste und Zahbürste verteilt. Als ich die Kinder fragte, wie oft sie sich am Tag die Zähne putzen, antworteten sie „drei Mal“. Als einer der Lehrer dann fragte, wie oft sie sich WIRKLICH die Zähne putzen, antworteten sie „Wala“, gar nicht. Mir wurde berichtet, dass Viele hier Zahnbürste und Zahnpaste gar nicht besitzen. Also blieb uns nichts anderes übrig als zu demonstrieren, wie man sich die Zähne putzt, was bei den Kindern extrem gut ankam… In einem Haus fanden wir ein kleines Mädchen, ca 6 Jahre mit ihren drei jüngeren Geschwistern, der Jüngste 6 Monate. Die Eltern waren beide auf dem Feld, Reis ernten und sie hatte die Aufgabe, auf ihre Geschwister aufzupassen. Ich gab ihr Haarspangen und einen kleinen Handspiegel. Sie  hatte sich noch nie in einem Spiegel gesehen und konnte schwer begreifen, dass das Bild in dem kleinen Plastikrahmen ihr Abbild war.

Die Lehrer der San Juan Highschool organisieren jedes Jahr Geschenkeverteilungsaktionen. Das ganze Jahr über sparen sie Geld, um zu Weihnachten den Ärmsten eine Freude bereiten zu können. Manchmal laufen sie bepackt mit vollen Rucksäcken bis zu 4 Stunden zu den abgelegensten Dörfern, da man nicht mal mehr mit  Motorrädern die Wege passieren kann. Für mich ist das Ganze eine einmalige Aktion, mit dem Geld, was ihr gespendet habt. Die Lehrer hier verdienen 200 Euro im Monat, haben Familie und müssen wirklich genau kalkulieren. Dennoch legen sie  Geld zurück und verzichten auf viele Dinge, um den Ärmsten etwas geben zu können. Riesen Respekt.

 
Geschenkeübergabe. Von dem Budget der San Juan High Scholl Lehrer und Euren Spenden konnten wirFlipflops, Kleidung, Nudeln, Süßigkeiten, Spielzeug Zahnbürste und Zahnpaste sowie Vitamintabletten
kaufen. 
   
 
Monika und ich demonstrieren den Kindern, wie man sie die Zähne putzt…

und die Kinder üben fleißig…


Vitamine, besonders für Schwangere und Kleinkinder.


Spielzeug und Süßigkeiten…

Die Kleine sieht sich hier das ersta Mal in einem Spiegel, den ich ihr

schenke.

Geschenkeübergabe im Agusan Marsh

Dezember 24, 2006

 

Letzte Woche sind wir Volunteers für zwei Tage in den Agusan Marsh gefahren, um dort unsere Weihnachtsgeschenke (Kleidung, Essen, Zahnbürste, Zahnpaste und Spielzeug) zu verteilen. Der Marsh ist Naßgebiet, etwas trockener als Sumpf. Hier gibt es weder Sanitär, noch Elektrizität oder sauberes Wasser. Die Menschen hier sind Eingeborene, so genannte Manobos, kaum einer kann lesen und schreiben. Die Mortalitätsrate von Frauen und kleiner Kinder ist extrem hoch, da es weder saubere Einrichtungen für Geburten, noch Medizin gibt. Krankheiten gibt es hier viele, vor allem bedingt dadurch, dass von dem gleichen Wasser getrunken, welches zum Waschen benutzt wird und welches als Toilette dient. Wird jemand krank, ist der Weg zur nächsten zivilisierten Stadt zu weit bzw. nach Tradition hilft keine Medizin, sondern nur bestimmte Rituale, die mich eher an meine Indianerrollenspiele der Kindheit erinnerten. Sterben ist hier Teil des Alltags. Familienplanung und Geburtenkontrolle kennt hier keiner. 8-11 Kinder sind normal. Geheiratet wird spätestens mit 18.  Gelebt wird nur vom Fischen. Geld kennen die Menschen kaum, da der Fischfang mit Nahrung, Alkohol, Nikotin, Gewürzen oder Kleidung getauscht wird. Während sich die Frauen um Kinder und Haushalt kümmern, fischen die Männer am Morgen und verbringen den Rest des Tages hauptsächlich mit Trinken. Trunkenheit und Unzufriedenheit bzw. die Last, mit vielen Familienmitgliedern auf engstem Raum zusammen zu wohnen führen dann des Öfteren zu Gewalt und Vergewaltigungen. Da sich im Marsh niemand um die Implementierung und Durchsetzung nationaler Gesetze kümmert, kann es auch vorkommen das Lebenspartner mal umgebracht werden. Sanktionen für Mord gibt es hier nicht. Die Häuser sind sehr einfach und stehen auf Pfosten. Steigt das Wasser während der Regenzeit, ist das gesamte Marshland überschwemmt. Dann werden die Pfosten entfernt und aus den Häusern werden Hausboote. Zunehmens werden hier Literacy Centers gebaut, um den Menschen das Lesen und Schreiben beizubringen.  Finanziert von der Regierung sind diese Häuser die stabilsten und dienen nachts mitunter als Schlafsaal für mehrere Familien, dessen Häuser fast auseinander fallen.
Zwei Tage im Marsh waren für mich extrem beeindruckend und unvergesslich. Eine wirklich andere Welt.


Geschenkeübergabe. Jeder Haushalt bekam einen Plastiksack mit Kleidung, Dosenfleisch, Süßigkeiten, Zahnbürste,Zahnpaste und Spielzeug.
 

Übernachtet haben wir auf dem Boden des Literacy Centers. Ohne Matratze zu schlafen ist mal ok. Das Moskitonetz muss jedoch immer dabei sein.

Unser Essen. Unten wird Reis gekocht. Mit dem aufsteigendem Rauch wird oben der Fisch geräuchert.

Drachen kannten die Kinder hier noch nicht. Die Begeisterung war riesig.

 

Organizational Development – Merge zweier Offices

November 19, 2006

 

In den letzten drei Wochen war ich kaum in den Dörfern unterwegs, sondern fokussierte mich stark auf meinen eigentlichen Job, nämlich zu analysieren, warum im „Umweltbüro“ soviele Diskrepanzen und Disharmonien auftreten, Ziele nicht erreciht werden und inwiefern Arbeitsprozesse verbessert werden können. Ein Ergebnis meiner Analyse ist die Zusammenlegung von zwei Büros, die sich um Umweltbelange kümmern. Redundante Arbeiten werden so zukünftig vermieden, Transparenz wird geschaffen und notwendige Kommunikationswege verkürzt. In einem mehrtägigen workshop haben wir Vision, Mission und „Geschäftsstrategie“ definiert, eine entsprechende Organisation aufgestellt und pro Position roles & responsibilities definiert. Bisher gab es noch nicht ein angelegtes Jobprofil in der gesamtem Regierung…
Da zu den bisherigen Positionen 8 weitere hinzukommen und insgesamt eine Organisation von 23 Mitarbeitern kreiert wird, musste ich vor der Legislativen sowie vor dem Finazbüro verteidigen, warum diese Positionen unbedingt notwendig sind. War sehr interessant und hat sehr viel Spaß gemacht, da ich, bezogen auf die Strategie und den Arbeitsplan der nächsten Jahre von der Notwendigkeit zusätzlicher Positionen völlig überzeigt bin. Hier in der provinziellen Regierung ist eines der größten Probleme, dass über 50% der Angestellten Zeitarbeiter sind, die über die Jahre spontan eingestellt wurden, weil es plötzlich sehr viel zu tun gab, aber hauptsächlich, weil sie die Schwester, der Cousin, die Tante oder die Freundin des Bruders sind…Dies führte dazu, dass hier eindeutig zu viele Mitarbeiter rumsitzen, die wirklich nichts zu tun haben aber auch die wichtigen Jobs nicht ausführen können, da sie keine entsprechenden skills haben und als Zeitabreiter keine Weiterbildung wahrnehmen dürfen. Kurzum, die Büros sind voll mit Menschen aber es mangelt an gutem Personal. Bezogen auf die Zusammenlegung der beiden Büros wird sich das in Zukunft ändern. Das Budget für die neuen Positionen ist bereits freigegeben und einige Zeitarbeiter in andere Abteilungen transferiert. Transfers sind natürlich keine dauerhafte Lösung aber meine Mission in einem Entwicklungsland ist es sicherlich nicht, Personal zu kürzen. Ich wies den Governor darauf hin, dass die Regierung weitaus effektiver arbeiten würde, wenn Zeitarbeiter eingespart und mit einer geringeren Anzahl an Festangestellten ausgetauscht werden würden. Wir dikutierten über ´re/-ouplacementmöglichkeiten`, da ab nächstes Jahr viele Investoren in der Provinz Fuss fassen wollen und somit Arbeitsplätze zu Verfügung stehen. Dieses Thema werde ich jedoch aus Zeitgründen nicht mehr betreuen können. Schade. Es gibt hier so viel zu tun und es macht so viel Spaß zu unterstützen und Ordnung in die Strukturen der Provinz zu bringen.

Bezogen auf die Zusammenlegung der Büros finden ab nächste Woche Gespräche mit den bisherigen Mitarbeitern statt, inwiefern sie zukünftig welche Aufgaben übernehmen werden. Auch das ist neu hier. Kaum zu glauben, aber bisher wurde es nicht gehandhabt, daß eine Person für ein bestimmtes Thema, wie Waste Management oder Biodiversity, zuständig war. Jeder hat hier irgendwie auf Zuruf gehandelt. Expertenwissen konnte somit überhaupt nicht aufgebaut werden und für Externe war es schwer, den richtigen Kontakt in der Regierung zu finden. Wir fangen ebenfalls an, die freien Positionen extern auszuschreiben und werden einen legalen Einstellungsprozess durchlaufen. Ziel ist es, dass die neue Organisation ab Januar funktioniert – mit Mitarbeitern, die aufgrund ihrer Qualifikationen auf entsprechenden Posten sitzen und nicht aufgrund ihres Verwandschaftsgrades. Hört sich komisch an, ist hier jedoch ein extremer Durchbruch.

Restrukturierung ist auch für die HR-Abteilung neu. Eine ganz schöne Herausforderung, neu zu organisieren sowie gleichzeitgi zu lehren.

Neue Leidenschaft – Tauchen

November 18, 2006

 

Da man auch mal aus der Welt hier ausbrechen und etwas Angenehmes und Schönes sehen muss, führte mich Ference, der Volunteer aus Ungarn, in die Welt des Tauchens ein. Einen Tauchschein braucht man hier nicht; jediglich Kontakte, etwas Geld und jemanden, der erklärt, was zu beachten ist. Bisher war ich drei Mal unter Wasser. Was ein Genuß. Man kann ja nicht immer nur an das Arbeiten denken und ein kleines Pläuschen mit Nemo ist wirklich entspannend.

   

IDINAUS – Sportwettkampf

November 18, 2006

 
Dave und Phillip (Volunteers aus UK und Uganda) kriegen erstmal ordentlich Sonnencreme aufgetragen.

Mitte Oktober fand ein provinzweites Sportfest statt, zu welchem u.a. das Militär, die Polizei, alle Lehrer und natürlich auch die Kollegen der Regierung antraten. Der Event dauerte eine gesamte Woche und es wurden Disziplinen von Dahme spielen, über Badminton und Leichtathletik bis hin zu German Soccer, Cycling und American Football ausgeübt. Da mein Bewegungsdrang hier ziemlich gut bekannt ist, wurde ich gebeten, das long distance Leichtathletik Team zu trainieren und natürlich auf einen sicheren Gewinn vorzubereiten. Ich hatte genau 6 Wochen Zeit, aus absolut unkonditionierten, trägen Gemütern trainierte und zum Sieg motivierte Läufer zu zaubern. Zudem war ich dann auch noch das Teammaskottchen, welches ausgestattet mit einem netten Kostümchen den Einmarsch des Teams am ersten Tag dekorierte. Wozu ist man Volunteer… Nicht nur in der Vorbereitung, auch während des Wettkampfes hatten wir alle riesigen Spaß und haben tatsächlich alle Teams in allen long distance Disziplinen geschlagen. Wie ich das geschafft habe??? Zu jeder Trainingsstunde gab es natürlich ein kleines Bestechungsmitbringsel, was trotz der vielen Runden, die wir bei 30 Grad gelaufen sind, immer zum Wiederkommen animierte. Alle Teilnehmer wurden 6 Wochen vor Beginn des Wettkampfes von der Arbeit freigestellt, um ordentlich trainieren zu können. Das können sich Militär und Polizei nicht leisten. Das wir beide Parteien dann aber auch noch im Schiessen geschalgen haben, war schon sehr peinlich.

Der IDINAUS Wettkampf wird von der Provinz sehr ernst genommen. Es gab ein riesiges Eröffnungsprogramm, die Laufbahn im Stadion wurde völlig erneuert, neue Sitzbänke wurden angebracht, Fernsehen und Radio waren vor Ort und jeden Morgen wurde zu Beginn vom Spielmannszug die Hymne gespielt. Wieder eine unvergessliche Erfahrung.


Einmarsch der Teams


Eröffnungsprogramm


Die Läufer


Beim Schiessen. Hier besitzt übrigens fast jeder mindestens eine Waffe. Ganz schön Power. Aber macht irgendwie Spaß.


 

Fortschritte bei der Beseitigung der illegalen Müllkippe

November 12, 2006

Vor ein paar Wochen berichtete ich von einer illegalen Müllkippe, die direkt an einem Fluss liegt und davon, dass ich es mir zur Mission gemacht habe, diese Müllkippe zu beseitigen. Meine Versuche, über das Umwelt- und das Gesundheitsministerium zu gehen scheiterten. Der Prozess zur Beseitigung ist wohl schon seit Monaten im Gange, dauert mir aber deutlich zu lang. Da der Governor uns zur offiziellen Bibliothekseröffnung meiner Patenschule begleitete und wir auf dem Weg dorthin, an der Müllkippe vorbeikamen, bat ich ihn, anzuhalten. Er war sichtlich überrascht, da er tatsächlich nicht wusste, dass der Müll im Fluss landet. Ich nutzte die Anwesenheit der Medien und fragte ihn vor laufender Kamera, was er dagegen tun wolle. Er rief sofort die Bürgermeisterin an und stellte sie zu Rede. Und kaum zu glauben, eine Woche später wurde unser Team von dem Umweltbüro der Region eingeladen, eine neu ausgewählte Fläche zu begutachten. Dank unserer Experten konnte bestätigt werden, dass die Fläche geeignet ist. Demnächst wird der Müll der illegalen Kippe dorthin gebracht. Ich bat um Benachrichtigung, so dass ich Photos machen kann. Viel besser ist zudem, dass die neue Müllkippe eine fachmässig korrekte Verbrennungsanlage haben wird, sie weit genug von der Zivilisation entfernt und umzäunt ist. Ich halte Euch auf dem Laufenden.

Der Governor lässt sich von jemandem aus der Region erklären, was sich am Fuße der Müllkippe befindet und was mögliche Konsequenzen für Umwelt und Gesundheit sind.


Ich frage den Governor, wie wir schnellstens diese Müllkippe beseitigen können. Seht ihr die Jungs genz vorne rechts und im Hintergrund? Reisen mit dem Chef der Provinz bedeutet immer umzingelt von schwer bewaffnetet Bodyguards zu sein…

Offizielle Bibliothekseröffnung in der San Juan High School

November 12, 2006


Im September war ich in der San Juan High School, um dort ein paar Bücher für eine Bibliothek abzuliefern, die ich, unterstützt von der Regierung, aus Amerika besorgt hatte. Am 4.10. fand eine öffizielle Buchübergabe und die Einweihung der neuen Bibliothek statt. Für mich ein ganz besonderer Tag, da Medien und der Governor ebenfalls da waren. Der Governor war seit über zwei Jahren nicht mehr in diesem Gebiet. Als ich ihn bat, mich zu begleiten, weil ich ihm einerseits die illegale Müllkippe zeigen wollte sowie ihm auf der anderen Seite extrem auf die Nerven fiel, dass er doch mal wieder Präsenz in diesem Gebiet zeigen könne, sagte er zu. Ist immer ein etwas anderes Unterfangen, wenn er dabei ist, da 4 Bodyguards, 2 Jeeps voll persönlichem Schutzteam und ein LKW voll mit Militär dann doch etwas einschüchternd wirken…
In San Juan wurden wir groß willkommen geheißen. Kinder brachten ihre Freunde, Eltern, Großeltern, Geschwister,… und es fand ein richtiges Übergabeprogramm statt. Ich war tief gerührt. In nur zwei Wochen, haben die Dorfbewohner Regale und Tische gebaut, diese gemalert und eine richtig schöne Bibliothek erstellt. Ich wurde überhäuft mit Geschenken und Danksagungen. Als wir dann auch noch unsere zwei Computer und einen Drucker übergaben, waren die Kinder ganz aus dem Häuschen. Ihr größter Wunsch ist es, den Umgang mit dem Computer zu lernen. Ich erzählte ihnen, dass ich zurückkommen und zusammen mit den anderen Volunteers Einführungsstunden in die Nutzung eines PCs geben werde. Das wird hoffentlich im Dezember geschehen. 
Ihr könnt Euch nicht vorstellen, was für ein schönes Gefühl es ist, Lehrer, Kinder und deren Eltern glücklich zu machen. Vor allem, wenn man weiß, dass diese Menschen sich so etwas nie leisten könnten.
Vielen Dank an Euch alle, die gespendet haben und es so mir ermöglichen, hier zu helfen. 


Zusammen mit der Bürgermeisterin schneidet der Governor das Band durch.

 
Beeindruckt von der Arbeit schaue ich mir die neue Bibliothek an und bin hellauf begeistert.

 
Hier muss man immer und überall Reden schwingen. Computerübergabe.


Auch die Kleinen von der Elementary School werden die Computer nutzen können.

Information Education Campaign on Illegal Logging

September 30, 2006

Seit einigen Tagen führen wir in ausgewählten Dörfern Bewußtseinstrainings über die Verbesserung der Lebensbedingungen der Einwohner durch. In diesen Dörfern besitzen die Menschen echt nichts und leben von dem geringen Einkommen (umgerechnet 3 Euro pro Tag), welches sie durch das illegale Abholzen von Wäldern verdienen. Die Familien hier sind extrem kinderreich und nur die Minderheit ist zur Schule gegangen. Unser Ziel ist es den Einwohnern dieser Dörfer Alternativen aufzuweisen, zu erklären, wie sie ihre Lebensbedingungen verbessern können und vor allem welche Konsequenzen das Abholzen hat. Nach einem sogenannten plant now- pay later system finanziert die Regierung Agrarpojekte, wie Obst – und Gemüseanbau oder Fischzucht, welcher sich jeder annehmen kann. Einzige Bedingung ist der Besitz von mindestens einem Hektar Land, welcher je nach Beschaffung zwischen 1200 und 5000 Pesos kostet. Bei Bereitschaft erhalten die Einwohner ein kostenloses „Farmer- oder Fischertraining“ und werden bis zur ersten Ernte von den Mitarbeitern für Agrarangelegenheiten gecoacht. Hört sich alles extrem gut an, was mich sehr skeptisch macht. Mal sehen, wann der Haken zum Vorschein kommt. Meine Rolle ist es, als „Nichtregierungsnagehöriger“ das Commitment der Einwohner zu gewinnen und vor allem die wirklichen Sorgen und Bedürfnisse aus ihnen herauszukitzeln. Funktioniert sehr gut. Von bisher 5 durchgeführten Trainings gab es nicht ein Dorf, welches nicht von Regierungsangehörigen verschiedenster Abteilungen erpresst wird oder unter der Korruption einiger Kollegen leidet. An Checkpoints, in welchen der Transport der Hölzer überwacht wird, wird natürlich schnell erkannt, wer keine Lizenz hat und somit illegal handelt. Gegen Bezahlung werden die Trucks dann natürlich gern durchgelassen. Die Mitarebeiter in diesen Checkpoints sind alle bei der Regierung angestellt. In diesem Fall bewege ich mich auf sehr dünnem Eis. Wie kann ich dagegen angehen, wenn ich nicht weiss, wer von den Leuten, mit denen ich spreche, ebenfalls beteiligt ist. Zudem ist die Reaktion bei zu stark empfundener Intervention nicht immer im legalen Bereich…
Die Bereitschaft vom Abholzen abzulassen und Obst / Gemüse anzubauen oder Fische zu züchten ist jedoch sehr gross. In einem nächsten Schritt werden wir erneut in die Dörfer fahren und die Beschaffenheit des Bodens untersuchen, um festzustellen, was man am besten anbauen kann.

Danny erklärt hier den natürlichen Wasserkreislauf und was passiert, wenn keine Bäume mehr vorhanden sind, die z.B. vor Erdrutschen schützen.  

 
Wo sind nur all die Ehemänner hin? Im Wald, I guess…
 
Jung und Alt schaut ebenfalls zu

Zweiter Besuch in der San Juan High School

September 21, 2006

Vor ein paar Wochen berichtete ich von meinem Schulbesuch der San Juan Highschool. Am Dienstag war ich erneut da, um ein paar Bücher, die ich organisiert hatte, zu liefern. Die Schule war bisher relativ mager mit ziemlich veralteten Büchern ausgestattet. Zu meiner Freude und Dank meines hartnäckigen Bettelns und „Klinkenputzens“ wurden sie nun in ein Projekt einer amerikanischen Foundation  mit aufgenommen, welche nach und nach Bücher an die Regierung von Agusan del Sur schickt. Ziel ist es, irgendwann einmal alle Schulen mit einer Bibliothek ausgetattet zu haben. Ausgewählt werden die Schulen leider nicht nach Need, sondern eher über Beziehung und mitunter auf Basis von Entfernung. Bei den hiesigen Strassenverhältnissen ist es  sehr ungemütlich in die entferntesten Dörfer zu fahren und mitunter auch nicht ganz ungefährlich. Somit versucht man diese zu meiden. San Juan befindet sich sehr weit in den Bergen, ist somit sehr arm und hat sich riesig über die Bücher gefreut. Anfang Oktober findet eine offizielle Buchübergabe statt. Bis dahin müssen Regale gebaut und ein Buchinventar angelegt sein. Es war wahnsinnig schön, die Kinder dort wieder zu sehen.Und noch eine Neuigkeit: wir haben es tatsächlich geschafft, ebenfalls zwei Computer zu organisieren. So wie das letzte Mal den Kids versprochen, werde ich die erste Computerstunden geben. Ich hoffe, dass sie zur offiziellen Übergabe geliefert sind.  

 

 
Bücher werden aufgeladen.

 
Angekommen in San Juan, freut man sich riesig über die 29 Boxen. Bisher gibt es nur zwei Regale…

Debby und ich zeigen hier, wie man ein Buchinventar anlegt. Das muss bis zur offiziellen Übergabe im Oktober fertig sein.

Die Kinder bedanken sich mit Blumen.